Quallen bevölkern seit über 500 Millionen Jahren die Erde. Quallen sind sehr einfach aufgebaut: Sie haben eine Haut, durch die sie atmen können, sie leben die ganze Zeit im Wasser, also brauchen sie keine Lungen. Sie haben auch kein Blut, kein Herz und kein Gehirn wie wir Menschen. Deshalb finde ich sie so faszinierend.
Außerdem sind fast alle Quallenarten sozusagen unsterblich, weil aus dem toten Körper der Qualle ein neuer entstehen kann und wenn man sie teilt oder verletzt, wachsen ihnen diese Teile des Körpers wieder nach.
Eine dieser Quallen ist ganz besonders, weil sie sich wieder in ein junges Tier verwandeln kann. So als würde sich ein Schmetterling wieder in eine Raupe verwandeln. Sie heißt Turritopsis dohrnii und lebt im Mittelmeer in der Nähe von Mallorca und Italien.
Der Forscher Weismann hat die Turritopsis dohrnii im Jahr 1883 zum ersten Mal beschrieben. Sie wurde oft mit der Qualle Turritopsis Nutricula verwechselt. Erst seit Kurzem weiß man, dass es eine eigenständige Art ist, und dass nur Turritopsis dohrnii unsterblich ist.
Die unsterbliche Qualle ist nicht ganz unsterblich: Sie könnte gefressen werden, oder an Land gespült werden und austrocknen.
Und so sieht sie aus:
Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch verschiedene Seegurkenarten unbegrenzt lange leben können. Süßwasserpolypen werden nicht älter, und sind damit theoretisch auch unsterblich. Auch Pilze, Plattwürmer, Hummer, Schwämme, oder Bärtierchen sind potentiell unsterblich.
Die Forscher, die "unsterbliche" Tiere erforschen, möchten das Wissen, das sie daraus gewinnen, dafür benutzen, auch Menschen länger leben zu lassen.
Lisa-Ann Gershwin: Quallen. Von der Faszination einer verkannten Lebensform. Delius Klasing-Verlag, 2016.
Wikipedia-Seite über Turritopsis dohrnii